https://www.evangelische-zeitung.de berichtet:
Die gesetzliche Pflegeversicherung in Deutschland hat im vergangenen Jahr ein Defizit von 1,54 Milliarden Euro eingefahren, wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) berichtet. Für das laufende Jahr wird ein Defizit von etwa einer halben Milliarde Euro erwartet, trotz der Beitragserhöhung um 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent des Bruttolohns zum 1. Januar 2025. Kinderlose müssen zusätzlich 4,2 Prozent beisteuern.[3] Die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, warnt vor einer besorgniserregenden Finanzentwicklung in der Pflege. Sie befürchtet, dass weitere Pflegekassen kurzfristig auf finanzielle Hilfe angewiesen sein werden, da der Ausgleichsfonds, der als Reserve dient, immer kleiner wird. Anfang 2024 waren noch 1,8 Milliarden Euro vorhanden, Ende 2024 sind es nur noch eine Milliarde Euro.[3] Erstmals seit der Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung musste kürzlich eine Pflegekasse Finanzhilfen beantragen, um eine Pleite abzuwenden. Diese Kasse erhält Zuschüsse des Bundesamtes für Soziale Sicherung (BAS) aus einem Ausgleichsfonds.[3] Kassenvertreterinnen wie die Vorständin des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BKK), Anne-Kathrin Klemm, erwarten einen Dominoeffekt, bei dem Kassen, die am Monatsende Geld übrig haben, an den Ausgleichsfonds zahlen und selbst unter Druck geraten. Dies könnte zu einer Abwärtsspirale führen, in der alle Pflegekassen versuchen, Leistungen oder Rechnungen so spät wie möglich zu zahlen, was Pflegebedürftige und Heimbetreiber an ihre Grenzen bringt.[3] In den gesetzlichen Kassen sind knapp 75 Millionen Bundesbürger kranken- und pflegeversichert, wobei rund 5,8 Millionen Pflegeleistungen erhalten. Das Defizit bei den Krankenkassen belief sich 2024 auf sechs Milliarden Euro, wobei die Beiträge um 0,8 Punkte auf 17,1 Prozent des Bruttolohns gestiegen sind.[3]
Mehr dazu auf: https://www.evangelische-zeitung.de Pflegeversicherung fährt Defizit von 1,54 Milliarden ein – Evangelische Zeitung